Ein Wort zur Tunnelsegnung

Am 1. Juni wurde der Gotthard-Basistunnel eröffnet. Mit dabei waren auch Vertreter der grossen Monotheistischen Religionen, welche den Tunnel gesegnet haben. Wir haben uns zuerst bewusst nicht über diese Segnung geäussert, wurden aber nun gebeten, dies trotzdem zu tun:
Das Organisationskomitee schrieb in ihrem Faktenblatt: „Der Gotthard-Basistunnel wird vor seiner
Eröffnung in einer interreligiösen Zeremonie gesegnet werden. Damit soll das Verbindende des Tunnels auch auf religiösem Gebiet dargestellt werden.“ Natürlich wurde auch ein Vertreter der Konfessionslosen eingeladen (um den Tunnel zu segnen?), damit auch dieser Teil der Bevölkerung vertreten ist.
Wir fragen uns nur, wie kann das Verbindende des Tunnels, besonders auf dem religiösen Gebiet, dargestellt werden, wenn andere Religionen einfach so von dieser Zeremonie ausgeschlossen werden? Es hätte wahrscheinlich eine sehr grosse Bühne gebraucht, wenn alle Konfessionen einen Vertreter geschickt hätten, aber es wäre der einzig faire Weg gewesen um das Verbindende des Tunnels auf religiösem Weg darzustellen. Wieso wurde also entschieden, dass 4 Angehörige der grossen Kirchen alle Religionen der Schweiz, wenn nicht sogar alle in Europa vertreten können? Unsere Tunnelsegnung hätte definitiv anders ausgesehen, denn wir hätten viel stärker auf die Ähnlichkeit des Tunnels mit einer Penne hingewiesen und dies als Zeichen unseres Fliegenden Spaghettimonsters gesehen.
Wir und wohl auch viele andere Kirchen nehmen die Entscheidung, von der Zeremonie ausgeschlossen worden zu sein, einfach so hin, doch wir sollten dies nicht tun. Wir stellen immer wieder fest, dass es sehr schwer ist, als „kleine“ Religion in der Schweiz anerkannt und gleichberechtigt zu werden. Viel zu stark ist die Bindung den anerkannten Kirchen und dem Staat. Zeigt uns die Tunnelsegnung erneut, dass die Trennung von Staat und Kirche nicht so umgesetzt wird, wie sie umgesetzt werden sollte?

Wir halten die Entscheidungen welche vor der Tunnelsegnung getroffen wurden für falsch, denn Sie fördert weder den interreligiösen Frieden noch die Sicherheit des Tunnels.

 

(Ps. Eigentlich wurde ja nicht der Tunnel gesegnet, sondern nur ein Nachbau eines Tunnelabschnittes)

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Kommentare: 1
  • #1

    Cornelia Porco (Samstag, 04 Februar 2017)


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